Was sind die wichtigsten Lehrmethoden der AEVO?

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Was sind Lehrmethoden?

Lehrmethoden sind didaktische Wege und Vorgehensweisen, mit denen Lerninhalte vermittelt werden. Einfach gesagt: Es geht darum, wie du etwas lehrst, nicht nur was du lehrst. Jede Lehrmethode hat ihre Besonderheiten. Einige Methoden sind eher ausbilderzentriert (der Ausbilder steht im Mittelpunkt und vermittelt aktiv, z.B. durch Vortrag oder Demonstration), andere sind auszubildendenzentriert (die Azubis erarbeiten sich Wissen aktiver selbst, z.B. durch Gruppenarbeit oder Projekte). Gute Ausbilder kennen mehrere Methoden und können je nach Situation flexibel die passende auswählen.

Essenziell ist, dass die Methode immer zur Lernsituation passt. Das bedeutet, sie sollte dem Thema, dem Lernziel und der Zielgruppe (z.B. Alter, Vorwissen der Auszubildenden) angemessen sein. Ein praxisnahes handwerkliches Thema erfordert zum Beispiel eine andere Herangehensweise als ein theoretisches Regelwerk. Außerdem gilt: Abwechslung im Methodenmix erhöht die Motivation und den Lernerfolg. Wer immer nur im Vortragstil schult, riskiert Langeweile – Unterweisungsmethoden wie Praxisübungen oder Gespräche dagegen beziehen die Lernenden aktiv mit ein und sorgen für mehr Verständnis.

Lehrmethoden sind also die Werkzeuge im pädagogischen Werkzeugkoffer des Ausbilders. Sie entscheiden maßgeblich darüber, wie gut Inhalte bei den Auszubildenden ankommen und verstanden werden. In der AEVO werden diese pädagogischen Fähigkeiten daher ausdrücklich geprüft.

Die wichtigsten Lehrmethoden AEVO im Detail

Es gibt eine ganze Reihe von Ausbildungsmethoden. Im AEVO-Kontext gelten einige jedoch als besonders relevant und „klassisch“, weil sie häufig eingesetzt und auch in der Prüfung gerne gesehen werden. Hier findest du einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Lehrmethoden.

Vier-Stufen-Methode

Die Vier-Stufen-Methode ist ein echter Klassiker der Berufsausbildung und wird von vielen Ausbildern gerne genutzt, wenn es um praktische Fertigkeiten geht. Wie der Name sagt, erfolgt die Unterweisung in vier aufeinanderfolgenden Stufen. Diese Methode ist sehr ausbilderzentriert, aber effektiv, um handwerkliche oder technische Abläufe einzuüben. Diese vier Stufen beinhaltet die Methode:

  1. Vorbereitung – Der Ausbilder bereitet die Unterweisung vor. Dazu gehört, den Arbeitsplatz oder die Werkzeuge bereitzustellen, den Auszubildenden zu begrüßen, das Thema und das Lernziel zu nennen und Interesse zu wecken. In dieser Phase wird der Azubi motiviert und eventuell an bereits vorhandenes Wissen angeknüpft.
  2. Vormachen und erklären – Nun führt der Ausbilder den Arbeitsvorgang Schritt für Schritt vor und erklärt dabei genau, was er tut, wie es geht und warum es so gemacht wird. Der Azubi beobachtet zunächst. Wichtig ist, langsam und gut sichtbar zu demonstrieren.
  3. Nachmachen und erklären lassen – Jetzt ist der Auszubildende dran: Er wiederholt die eben gezeigten Schritte (Nachmachen), idealerweise ebenfalls laut denkend oder erklärend, um zu zeigen, dass er den Ablauf verstanden hat. Der Ausbilder lässt den Azubi machen, greift aber bei Bedarf korrigierend ein oder gibt Tipps.
  4. Üben – In der vierten Stufe wird das Gelernte selbstständig weiter geübt, bis Sicherheit besteht. Der Ausbilder zieht sich mehr zurück, steht aber für Fragen oder Korrekturen bereit. Hier festigt der Azubi durch Wiederholung die neue Fertigkeit. Beispiel: Der Azubi spannt weitere Werkstücke ein und bearbeitet sie, bis der Vorgang routiniert klappt, während der Ausbilder beobachtet und nur noch gelegentlich Feedback gibt.

Die Vier-Stufen-Methode eignet sich besonders für praktische, klar abgrenzbare Tätigkeiten, z.B. im Handwerk, in der Technik oder Produktion – überall dort, wo „Vormachen und Nachmachen“ sinnvoll ist. Sie wird oft in der AEVO-Prüfung für Unterweisungsthemen verwendet, weil sie eine klare Struktur vorgibt und sicherstellt, dass der Azubi den Ablauf fehlerfrei erlernt. Der große Vorteil ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung: komplexe Handlungen werden in nachvollziehbare Schritte zerlegt. Außerdem können Fehler sofort korrigiert werden, was einen nachhaltigen Lernerfolg begünstigt.

Lehrgespräch – Die fragend-entwickelnde Methode

Das Lehrgespräch wird auch als fragend-entwickelnde oder fragend-erarbeitende Methode bezeichnet. Hier steht der Dialog als Schlüssel zum Verständnis im Mittelpunkt. Anstatt dem Auszubildenden Inhalte vorzugeben, erarbeitet der Ausbilder diese gemeinsam mit ihm durch gezielte Fragen und Gespräche.

Wie funktioniert ein Lehrgespräch?

Der Ausbilder stellt vorbereitete offene Fragen, um den Azubi zum Nachdenken anzuregen und dessen Vorwissen oder Ideen abzurufen. Durch die Antworten des Azubis entwickelt sich Schritt für Schritt der Lerninhalt. Der Ausbilder moderiert das Gespräch, lenkt mit weiteren Fragen in die richtige Richtung und fasst wichtige Punkte zusammen. Geschlossene Fragen (Ja/Nein) werden vermieden, stattdessen fragt man nach „Warum?“, „Wie?“, „Wozu?“ – so kommen echte Denkanstöße zustande. Ein typischer Ablauf in drei Phasen:

  • Einstiegsphase: Begrüßung, Bekanntgabe des Themas und des Lernziels, Motivation des Azubis. Hier wird auch aufgezeigt, warum das Thema wichtig ist.
  • Erarbeitungsphase: Kern des Lehrgesprächs. Durch eine Reihe geplanter Fragen führt der Ausbilder den Azubi durch den Stoff. Dabei baut man auf bestehenden Kenntnissen auf.
  • Abschluss: Am Ende fasst der Ausbilder die erarbeiteten Inhalte zusammen, korrigiert falls nötig Missverständnisse und überprüft das Verständnis. Oft lässt man den Azubi kurz in eigenen Worten die wichtigsten Punkte wiederholen oder stellt eine letzte Frage zur Sicherung. Gegebenenfalls wird eine kleine Lernerfolgskontrolle eingebaut.

Das Lehrgespräch ist ideal für theoretische oder kognitive Lerninhalte – beispielsweise, wenn es um Regeln, Zusammenhänge, Prozesse oder auch um Werte und Einstellungen geht. Es fördert das aktive Mitdenken des Auszubildenden und eignet sich besonders, wenn der Azubi schon ein gewisses Vorwissen hat, an das man anknüpfen kann. In der AEVO-Prüfung wird das Lehrgespräch gerne gesehen, weil es zeigt, dass der Ausbilder den Azubi einbezieht und zum Mitdenken anleitet. Auch komplexe oder kontroverse Themen (etwa Arbeitssicherheit, Kundenorientierung, Fachtheorie) lassen sich im Lehrgespräch gut behandeln, da der Austausch von Fragen und Antworten ein tieferes Verständnis schafft.

Erarbeitende Methode – Auszubildende als aktive Mitgestalter

Der Begriff „Erarbeitende Methode“ bezeichnet allgemein alle Vorgehensweisen, bei denen die Auszubildenden den Lerninhalt aktiv mitgestalten und selbst erarbeiten, statt ihn passiv präsentiert zu bekommen. In gewisser Weise gehört auch das Lehrgespräch dazu (fragend-erarbeitend). Allerdings versteht man unter "erarbeitende Methode" häufig Szenarien, in denen der Azubi oder die Azubis eigenständig oder in Kleingruppen Aufgaben lösen, während der Ausbilder eher moderierend im Hintergrund bleibt.

Typische erarbeitende Unterweisungsmethoden sind z.B. der Lernauftrag oder die Leittextmethode. Hier gibt der Ausbilder eine Aufgabe oder einen Leitfaden vor, und die Auszubildenden erarbeiten sich die Lösung weitgehend selbstständig. Der Handlungsablauf orientiert sich oft am Modell der vollständigen Handlung. Die Lernenden sollen also selbst planen, entscheiden, ausführen und kontrollieren, um aus der Erfahrung zu lernen.

Wie kann die Erarbeitende Methode aussehen?

Ein Beispiel wäre, dem Azubi einen Arbeitsauftrag zu geben: „Recherchieren Sie mithilfe dieser Anleitung die Funktionsweise unseres neuen Kopiersystems und bereiten Sie eine kurze Erklärung vor.“ Der Ausbilder gibt Material (z.B. eine schriftliche Anleitung oder ein Video) – das ist die Leittextmethode – oder beschreibt eine Problemstellung, die es zu lösen gilt. Der Azubi (oder eine Azubi-Gruppe) erarbeitet die Lösung eigenständig. Anschließend präsentiert der Azubi das Ergebnis oder es findet ein Reflexionsgespräch statt, in dem der Ausbilder Feedback gibt und offene Punkte klärt.

Erarbeitende Methoden fördern Selbstständigkeit, Problemlösefähigkeit und Eigeninitiative. Sie eignen sich besonders, wenn Auszubildende bereits über etwas Vorwissen verfügen oder in höheren Lehrjahren sind, sodass sie Aufgaben alleine bewältigen können. Auch komplexe Lernsituationen, die mehrere Lösungswege zulassen (z.B. kleine Projekte, Recherchen, Qualitätsverbesserungen), können mit erarbeitenden Methoden angegangen werden. Im Rahmen der AEVO-Prüfung kommen reine erarbeitende Methoden etwas seltener zur Anwendung (da in 15 Minuten Selbstlernzeit schwierig ist). Dennoch kannst du Elemente davon einbauen oder im Fachgespräch erläutern, dass du z.B. einen Lernauftrag geplant hast, bei dem der Azubi selbst aktiv wird. Prüfer werten es positiv, wenn du handlungsorientierte Ansätze kennst, weil die Ausbildungsverordnung verlangt, Auszubildende zu eigenständigem Handeln zu führen.

Rollenspiel – Lernen durch simulierte Situationen

Das Rollenspiel ist eine lebendige Methode, bei der eine praxisnahe Situation nachgestellt wird. Die Beteiligten übernehmen verschiedene Rollen, um bestimmte Verhaltensweisen oder Abläufe zu üben. Diese Methode wird häufig eingesetzt, um kommunikative Fähigkeiten, Kundenkontakt oder auch Konfliktlösungen zu trainieren.

Wie funktioniert ein Rollenspiel?

Zunächst definiert der Ausbilder ein Szenario und die Rollen: Zum Beispiel Kunde und Mitarbeiter im Verkaufsgespräch, oder unzufriedener Kunde und Servicemitarbeiter, oder Mitarbeiter und Vorgesetzter in einem Kritikgespräch. Die Auszubildenden (oder ein Ausbilder und ein Azubi) schlüpfen in diese Rollen und spielen die Situation möglichst realistisch durch. Es gibt meist einen Ablauf mit Phasen:

  1. Vorbereitung des Szenarios: Erklärung der Situation, Rollen verteilen, ggf. kurze Einweisung was das Ziel ist (z.B. der Kunde hat eine Reklamation, der Mitarbeiter soll eine Lösung finden).
  2. Durchführung des Rollenspiels: Die Beteiligten spielen die Szene. Wichtig ist, dass sie frei agieren dürfen und nicht alles vorgegeben ist – es soll ja ein spontanes Gespräch/Handlung entstehen. Der Ausbilder und eventuelle Beobachter schauen zu.
  3. Auswertung/Besprechung: Im Anschluss wird das Rollenspiel reflektiert. Alle Beteiligten besprechen, wie sie sich gefühlt haben, was gut lief und was verbessert werden könnte. Beobachter können Feedback geben. Hier liegt der eigentliche Lerneffekt: Durch die Reflexion erkennen Azubis, welche Verhaltensweisen erfolgreich waren und wo sie sich anders verhalten könnten.

Das Rollenspiel eignet sich hervorragend für sozial-kommunikative Themen. Typische Einsatzfelder in der Ausbildung sind zum Beispiel: Kundenberatung, Verkaufsgespräche, Reklamationsbehandlung, Teamgespräche, Mitarbeitergespräche oder auch Arbeitssicherheitssituationen (z.B. der Azubi spielt den Kollegen, der auf Sicherheit vergisst, und lernt so das richtige Verhalten). Überall dort, wo Verhalten und Kommunikation trainiert werden sollen, bietet das Rollenspiel eine geschützte Übungsumgebung. Die Auszubildenden können Fehler machen, daraus lernen und sind beim echten Kundenkontakt dann besser vorbereitet.

Im AEVO-Prüfungsrahmen ist das Rollenspiel als Unterweisungsmethode eher selten, aber nicht ausgeschlossen. Einige Prüflinge wählen es, wenn ihr Thema es hergibt (z.B. „Umgang mit einem schwierigen Kunden“). Prüfer bewerten dann, ob die Szene gut vorbereitet war und ob der Ausbilder in der Auswertung gezielt auf Lernpunkte eingeht. Wenn du das Rollenspiel nutzt, achte darauf, klar zu moderieren: Stoppe ggf., falls es vom Thema abdriftet, und leite in die Nachbesprechung über, um die Erkenntnisse herauszuarbeiten.

Präsentation bzw. Lehrvortrag – Wissen strukturiert vermitteln

Die Präsentation – oft in Form eines Lehrvortrags – ist eine Methode, bei der der Ausbilder einen Sachverhalt strukturiert darstellt und erklärt, meist unterstützt durch Medien (z.B. Folien, Tafel, Flipchart). In der AEVO-Prüfung ist die Präsentation eine der beiden möglichen Durchführungsformen (neben der Unterweisung). Aber auch im Ausbildungsalltag gibt es Momente, in denen ein kurzer Vortrag sinnvoll ist, etwa um Grundlagen einzuführen.

Merkmale einer guten Präsentation

Sie ist gut vorbereitet und klar strukturiert. Zu Beginn nennt der Ausbilder das Thema und die Ziele, schafft vielleicht mit einer Frage oder einem Beispiel einen interessanten Einstieg. Dann vermittelt er die Inhalte in sinnvollen Abschnitten. Grafiken, Beispiele oder praktische Demonstrationen können eingebunden werden, um das Verständnis zu fördern. Zum Schluss fasst der Ausbilder die wichtigsten Punkte zusammen und stellt eventuell Verständnisfragen oder regt eine kurze Diskussion an.

Auch wenn die Präsentation eher eine darbietende Methode ist (der Ausbilder redet, die Azubis hören zu), sollten die Zuhörer nicht völlig passiv bleiben. Gute Ausbilder beziehen ihr Publikum ein, zum Beispiel durch Fragen („Was schätzen Sie, wie hoch…?“), kleine Aufgaben zwischendurch oder indem sie Blickkontakt halten und auf Reaktionen achten. So bleibt die Aufmerksamkeit höher.

Eine Präsentation eignet sich besonders für die Vermittlung von Informationen und Theorie, z.B. Fakten, Regeln, Abläufe, die man zunächst erklären muss, bevor man sie anwenden kann. Sie ist effizient, um in kurzer Zeit viel Wissen zu transportieren – etwa bei Unterricht in der Berufsschule oder beim Unterweisen mehrerer Azubis gleichzeitig. Allerdings ist sie weniger geeignet, um Fähigkeiten einzuüben oder Verhaltensweisen zu trainieren, da hierbei die Aktivität der Lernenden fehlt. Daher sollte eine Präsentation idealerweise mit anderen Methoden kombiniert werden (z.B. ein anschließendes Üben oder Gespräch).

In der AEVO-Prüfung wählen manche die Präsentation als Prüfungsform. Dann hältst du einen Kurzvortrag vor dem Prüfungsausschuss (mit der Ausschuss als „Zielgruppe“ oder manchmal mit einem echten Azubi als Zuhörer). Die Prüfer achten hier auf didaktische Aufbereitung, Visualisierung, Fachlichkeit und ob die Präsentation nicht zu trocken ist. Für die Prüfung sollte man also trotz Lampenfieber versuchen, lebendig vorzutragen und methodisch zu variieren (z.B. eine Frage ans Publikum einbauen oder ein kleines Anschauungsobjekt zeigen).

Fallmethode – Lernen mit praxisnahen Problemen

Die Fallmethode (Fallstudie) stellt den Auszubildenden eine realistische Problemstellung oder einen komplexen Fall aus der Praxis, den es zu analysieren und lösen gilt. Diese Methode ist sehr anwendungsorientiert und zielt darauf ab, das analytische Denken und die Problemlösekompetenz zu fördern, indem Wissen auf konkrete Situationen übertragen wird.

Wie läuft die Fallmethode ab?

Der Ausbilder bereitet einen Fall vor – das kann eine schriftlich beschriebene Situation sein oder auch mündlich präsentiert. Beispiele: ein Kunde reklamiert ein Produkt mit bestimmten Bedingungen, ein Maschinenausfall mit bestimmten Symptomen, ein Teamkonflikt im Betrieb, ein Qualitätsproblem in der Fertigung etc. Die Auszubildenden (einzeln oder in Gruppe) erhalten alle relevanten Informationen zum Fall und vielleicht auch einige Leitfragen. Dann bearbeiten sie den Fall: Sie analysieren die Ursachen, diskutieren mögliche Lösungen, entscheiden sich für einen Lösungsvorschlag und stellen diesen vor.

Der Ausbilder beobachtet den Prozess, gibt Hilfestellung wenn nötig, und moderiert am Ende eine Auswertung: Man bespricht die verschiedenen Lösungsansätze, vergleicht sie und zieht Schlüsse für die Praxis. Oft gibt es nicht die eine richtige Lösung, sondern mehrere gangbare Wege – genau das lehrt die Azubis, flexibel zu denken.

Die Fallmethode eignet sich besonders für fortgeschrittenere Auszubildende, die schon über Grundlagenwissen verfügen. Sie ist ideal in kaufmännischen, sozialen oder auch technisch-administrativen Berufen, wo komplexe Situationen auftreten. Zum Beispiel im Handel für schwierige Verkaufssituationen, in der Verwaltung für Entscheidungsszenarien, in der IT für Problemlösungen, im technischen Bereich für Fehlersuche. Durch die Nähe zur echten Berufspraxis sind die Lerneffekte hoch: Die Azubis lernen, ihr theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und zu vernetzen.

Gruppenarbeit – Gemeinsam Inhalte erarbeiten

Gruppenarbeit ist eine Methode, bei der mehrere Auszubildende zusammen eine Aufgabe oder ein Projekt bearbeiten. Diese Methode fördert den sozialen Austausch, Teamwork und eigenständiges Lernen unter Gleichaltrigen. Der Ausbilder übernimmt hier hauptsächlich die Rolle eines Moderators und Coaches.

Wie verläuft eine Gruppenarbeit?

Zunächst teilt der Ausbilder eine geeignete Aufgabe aus, die von einer Kleingruppe (meist 2-5 Personen) gemeinsam gelöst werden soll. Wichtig ist, dass die Aufgabe klar formuliert ist und idealerweise ein greifbares Ergebnis hat (z.B. eine Präsentation, ein Poster, eine Lösungsskizze, ein kleines Produkt). Während die Gruppe arbeitet, ziehen sich Ausbilder etwas zurück, stehen aber für Fragen zur Verfügung. Die Auszubildenden diskutieren, teilen sich die Arbeit auf, recherchieren vielleicht und kommen gemeinsam zu einem Resultat. Am Ende präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse vor der Klasse oder dem Ausbilder, und es erfolgt eine Besprechung.

Gruppenarbeit eignet sich besonders, wenn du kreative Lösungen fördern möchtest oder wenn das Lernziel auch soziale Kompetenzen umfasst (Kommunikation, Kooperation, Konfliktfähigkeit). Typische Inhalte: Brainstorming zu Verbesserungen im Betrieb, gemeinsame Erarbeitung eines Fachthemas (jeder recherchiert einen Teil und dann wird zusammengefügt), basteln eines Lernplakats, Lösen einer Fallstudie im Team, oder das Planen einer kleinen Veranstaltung durch Azubis. Für sehr einfache Wissensvermittlung ist Gruppenarbeit weniger effizient, aber für tieferes Verständnis und Anwendung ist sie super, weil die Azubis voneinander lernen können. Außerdem sprichst du so unterschiedliche Lerntypen an – manche lernen beim Reden und Diskutieren besser.

Projektarbeit – Ganzheitliches Lernen durch Projekte

Die Projektmethode oder Projektarbeit geht noch einen Schritt weiter als die Gruppenarbeit: Hier bearbeiten Auszubildende (meist im Team, manchmal auch einzeln) eine größere, komplexe Aufgabe über einen längeren Zeitraum, fast wie in einem echten Projekt. Dabei durchlaufen sie alle Phasen – von der Planung über die Durchführung bis zur Auswertung.

Was kennzeichnet die Projektmethode?

Ein Projekt in der Ausbildung ist oft eine realitätsnahe Aufgabe, die mehrere Lernziele verbindet. Zum Beispiel: „Plant und organisiert euer eigenes kleines Azubi-Projekt – etwa ein Tag der offenen Tür für unser Unternehmen“ oder „Fertigt gemeinsam ein nützliches Produkt an und präsentiert es“. Die Auszubildenden müssen zuerst planen (Wer macht was? Welche Ressourcen brauchen wir? Welcher Zeitplan?), dann die Aufgaben ausführen (umsetzen, mit unvorhergesehenen Problemen umgehen) und am Ende das Ergebnis präsentieren sowie den Verlauf reflektieren. Der Ausbilder begleitet als Berater, gibt anfangs den Rahmen und steht für Fragen bereit, greift aber möglichst wenig ein, solange das Projekt nicht scheitert oder völlig vom Lernziel abweicht.

Projektarbeit ist handlungsorientiert im besten Sinne – die Azubis lernen durch eigenes Handeln, und zwar möglichst umfassend. Sie übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen, arbeiten im Team und lernen, Theorie in die Praxis zu übertragen. Es fördert Kompetenzen wie Projektmanagement, Selbstorganisation, Fachwissen, Kreativität und oft auch unternehmerisches Denken. Durch die Präsentation des Projektergebnisses trainieren sie gleichzeitig Kommunikationsfähigkeiten.

Projekte eignen sich besonders für fortgeschrittene Lehrjahre und für Themen, die nicht in 30 Minuten erledigt sind. Häufig werden Projekte in überbetrieblichen Unterweisungen oder im letzten Ausbildungsjahr durchgeführt, wenn die Azubis schon genug Wissen haben, um eigenständig zu arbeiten. Beispiele: Azubis einer IT-Ausbildung entwickeln eine kleine Software-Anwendung zur Verbesserung interner Abläufe; Azubis im Garten- und Landschaftsbau planen und gestalten eigenverantwortlich einen kleinen Show-Garten; kaufmännische Azubis führen eine Kundenumfrage durch und werten sie aus. All das sind Projekte, die mehrere Wochen dauern können.

Im Rahmen der AEVO ist die Projektmethode eher theoretisch relevant – sprich: Du solltest sie kennen und eventuell in Prüfungsfragen oder im Fachgespräch erläutern können. Es zeigt dein Verständnis von pädagogischen Konzepten, wenn du erwähnst, dass du Projektarbeit einsetzen würdest, um die Ausbildung abwechslungsreich und realitätsnah zu gestalten. Die Prüfer wissen: Ein Ausbilder, der methodisch so fit ist, wird Azubis ganzheitlich fördern.

Wer setzt die Lehrmethoden der AEVO ein?

Die Lehrmethoden der AEVO werden von zertifizierten Ausbildern in verschiedenen Branchen und Bildungseinrichtungen eingesetzt. Diese Ausbilder haben die AEVO-Prüfung erfolgreich abgelegt und sind qualifiziert, Auszubildende in ihrem jeweiligen Fachbereich zu unterrichten. Unternehmen, Berufsschulen und überbetriebliche Ausbildungsstätten nutzen diese Methoden, um sicherzustellen, dass ihre Auszubildenden eine umfassende und effektive Ausbildung erhalten. Ausbilder spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Methoden auf die Bedürfnisse und den Entwicklungsstand der Auszubildenden anzupassen und so die Ausbildungsziele zu erreichen.

Welche Lehrmethoden eignen sich wann?

Angesichts dieser Vielfalt stellt sich die Frage: Wie wähle ich die passende Methode aus? Hierfür gibt es kein Patentrezept, aber einige Leitlinien.

  • Thema und Lernziel analysieren: Überlege, was die Natur des Themas ist. Geht es um praktische Fertigkeiten (eher demonstrieren und üben, z.B. Vier-Stufen-Methode)? Geht es um Wissensvermittlung (vielleicht Präsentation oder Lehrgespräch)? Oder um soziale Kompetenzen (Rollenspiel, Gruppenarbeit)? Oft geben die Lernziele einen Hinweis: „Der Azubi soll am Ende etwas vorführen können“ spricht für Praxisübung; „… verstehen und erklären können“ spricht für dialogorientierte oder darbietende Methoden.
  • Zielgruppe berücksichtigen: Wie viele Auszubildende habe ich? Welchen Ausbildungsstand? Jüngere oder unerfahrene Azubis brauchen eventuell mehr Anleitung (Präsentation), wohingegen fortgeschrittene Azubis mit mehr Selbstlernphasen gefordert werden können. Bei einer Gruppe bietet sich auch an, Methoden wie Gruppenarbeit einzusetzen, um die Dynamik zu nutzen.
  • Themenkombination und Zeitrahmen: In der Realität decken Unterweisungen oft mehrere Inhalte ab. Man kann durchaus Methoden kombinieren, um den Lernerfolg zu steigern. Ein Beispiel: Du startest mit einem kurzen Lehrvortrag (Präsentation) von 5 Minuten, um Grundlagen zu erklären, und lässt dann die Azubis in einer Übung oder einem kleinen Fallbeispiel das Gelernte anwenden. Oder du verbindest Vormachen/Nachmachen (Teile der 4-Stufen-Methode) mit zwischendurch eingestreuten Fragen an den Azubi (Elemente des Lehrgesprächs), damit er aktiv bleibt – das ist dann eine modifizierte Vier-Stufen-Methode mit mehr Dialog. Wichtig ist, dass die Kombination logisch ist und die Teile gut aufeinander abgestimmt sind.
  • Methodenmix für nachhaltigen Lernerfolg: Im Ausbildungsalltag über längere Zeit sollte man sowieso abwechslungsreich unterrichten. Jeder Mensch lernt anders: Die einen brauchen visuelle Anteile (also Bilder, Demonstrationen), die anderen verstehen durchs Diskutieren besser, wieder andere müssen es selbst ausprobiert haben. Ein Mix verschiedener Methoden stellt sicher, dass unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden. Außerdem hält Abwechslung die Motivation hoch. Planen Sie also über die Wochen und Monate verteilt mal ein Projekt, mal eine Fallstudie, mal eine Präsentation – je nachdem, was passt. Das Stichwort lautet handlungsorientierte Ausbildung: Wissen und Können sollen durch aktives Tun vermittelt werden.
  • Rahmenbedingungen prüfen: Nicht zuletzt beeinflussen auch organisatorische Faktoren die Methodenwahl. Habe ich einen geeigneten Raum (z.B. Werkstatt vs. Klassenraum)? Stehen Hilfsmittel zur Verfügung (Computer, Beamer, Werkzeug)? Wie viel Zeit habe ich? Für eine sehr kurze Unterweisung ist evtl. ein knackiges Lehrgespräch effektiver, während für ein großes Thema ein Projekt angemessen sein kann. Auch Vorschriften (z.B. Sicherheitsaspekte) spielen eine Rolle – manche praktischen Methoden erfordern Vorbereitungen, Schutzausrüstung etc.

Kombination von Methoden: In vielen Fällen ist es sinnvoll, Methoden zu kombinieren. Gerade komplexe Lerneinheiten profitieren davon, verschiedene Ansätze zu vereinen. Beispielsweise kann eine Ausbilderin bei einem Thema wie „Qualitätsprüfung“ zuerst per Lehrgespräch die Kriterien erarbeiten (Was ist Qualität? Worauf müssen wir achten?), dann eine Demonstration durchführen, wie ein Prüfgerät benutzt wird (Teil der Vier-Stufen-Methode), und schließlich die Azubis selbst üben lassen. So werden kognitive und praktische Lernziele gleichermaßen abgedeckt. Kombination bedeutet auch nicht zwingend, zwei Methoden 50/50 zu mischen – oft gibt es eine Hauptmethode und kleine Elemente anderer Methoden als Ergänzung.

Flexibilität: Ein guter Ausbilder bleibt auch während der Durchführung flexibel. Vielleicht merkst du, dass dein Azubi heute sehr aufgeschlossen ist und viel Vorwissen hat – dann kannst du spontan mehr in Richtung fragend-erarbeitend gehen, obwohl du eigentlich einen Vortrag geplant hattest. Oder umgekehrt: Wenn die Azubis sehr zurückhaltend sind, musst du evtl. mehr erklären als gefragt. Flexibilität bedeutet, den Lernenden im Blick zu haben und die Methode situativ anzupassen, ohne natürlich das Lernziel aus den Augen zu verlieren.

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Die Rolle der Lehrmethoden in der AEVO-Prüfung

In der AEVO-Prüfung – konkret im praktischen Teil – müssen angehende Ausbilder ihr Können unter Beweis stellen. Je nach IHK oder HWK führen Sie entweder eine Präsentation durch oder eine praktische Unterweisung (oft als simulierte Ausbildungssituation mit einem „Azubi“). Die Lehrmethoden spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie müssen nicht nur eine Methode auswählen, sondern diese auch richtig anwenden und begründen können, warum sie für Ihr Thema geeignet ist.

Für die AEVO-Prüfung bedeutet das: Bereits bei der Planung Ihrer Unterweisung oder Präsentation überlegen Sie, welche Methode am besten passt. Im Prüfungsgespräch (Fachgespräch) nach der Durchführung fragen die Prüfer meistens gezielt nach Ihren didaktischen Überlegungen. Typische Fragen sind zum Beispiel: „Warum haben Sie sich für diese Methode entschieden?“, „Welche Alternativen gäbe es?“ oder „Wie haben Sie die Lernziele methodisch umgesetzt?“. Hier punkten Sie, wenn Sie die Vor- und Nachteile der gängigen Ausbildungsmethoden kennen und plausibel darlegen, dass Ihre Wahl für den Lerninhalt und den Auszubildenden sinnvoll war.

Die Prüfer achten bei der praktischen AEVO-Prüfung besonders auf folgende Punkte:

  • Anwendung der richtigen Methode: Ist Ihre gewählte Methode für das Thema und den Azubi passend? (Beispiel: Bei einem handwerklichen Thema ist eine praktische Unterweisungsmethode erwartet, etwa die Vier-Stufen-Methode, statt nur einen theoretischen Vortrag zu halten.)
  • Didaktische Fähigkeiten und strukturierte Umsetzung: Führen Sie die Lehrmethode sachgerecht durch? Ist ein roter Faden erkennbar (Einleitung, Hauptteil, Abschluss)? Werden die Lernziele deutlich?
  • Aktive Einbindung des Auszubildenden: Gerade bei einer Unterweisung achten Prüfer darauf, dass der Azubi einbezogen wird – sei es durch Fragen (beim Lehrgespräch) oder durch selbstständiges Üben (bei der Vier-Stufen-Methode). Vermeiden Sie es, nur selbst zu reden oder zu zeigen, ohne den Lernenden mitmachen zu lassen.
  • Sicherheit und Sorgfalt: Bei praktischen Anleitungen (z.B. Maschinenbedienung) schauen Prüfer, dass Sie auf Sicherheit achten und die Schritte sorgfältig erklären.
  • Kommunikation und Auftreten: Eine freundliche, klare Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Azubi ist wichtig. Dazu gehört auch ein angemessenes Tempo, Blickkontakt, Feedback geben und bei Unklarheiten nachfassen.

Die Lehrmethoden in der AEVO-Prüfung sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Nachweis, dass Sie fachlich und pädagogisch in der Lage sind auszubilden. Im nächsten Abschnitt stellen wir die wichtigsten dieser Methoden vor – inklusive praktischer Beispiele und Hinweise zur Eignung.

Tipps für die praktische AEVO-Prüfung

Zum Abschluss einige konkrete Tipps, wie du die richtige Methode findest und erfolgreich in der Prüfung umsetzt – und welche häufigen Fehler du vermeiden solltest:

  • Wähle eine Methode, die zum Ausbildungsthema passt: Klingt selbstverständlich, ist aber der häufigste Stolperstein. Überlege bei der Wahl deines Prüfungsthemas gleich, welche Methode du anwenden möchtest. Ein praktisches Thema schreit nach einer praktischen Unterweisung (Vier-Stufen-Methode oder ähnliches). Ein theoretisches Thema könnte sich für ein Lehrgespräch oder eine Präsentation eignen. Notfalls passt du das Thema an die Methode an oder umgekehrt, damit es harmoniert.
  • Bereite dein Konzept schriftlich vor: In der Regel müssen Prüflinge im Vorfeld ein Konzept einreichen, in dem auch die Methodenwahl begründet wird. Benenne also klar, welche Methode du verwendest und warum diese für deinen Azubi und das Thema ideal ist. Erkläre auch kurz, wie du die Methode umsetzen wirst. Diese schriftliche Planung hilft dir selbst, die Durchführung zu strukturieren, und zeigt den Prüfern deine didaktische Überlegung.
  • Üben, üben, üben: Egal, ob Vortrag oder Unterweisung – probe deine Durchführung vorher, am besten vor Kollegen, Freunden oder Familie. Achte auf die Zeit, denn 15 Minuten sind schneller um als man denkt, auf Verständlichkeit und darauf, dass du alle Parts der Methode schaffst. Das wiederholte Üben und Einstudieren des Ablaufs deiner Prüfung gibt dir Sicherheit und du hast weniger Lampenfieber. Bitte Probebeteiligte, den Azubi zu spielen und Feedback zu geben, ob sie den Inhalt verstanden haben und ob du als Ausbilder klar rüberkommst.
  • Azubi einbeziehen: Achten Sie insbesondere bei der Unterweisung darauf, dass Sie nicht alles selbst machen. Geben Sie dem „Azubi“ Gelegenheit zum Mitdenken und Mitmachen. In der Vier-Stufen-Methode bedeutet das: wirklich den Azubi nachmachen lassen und nicht selbst weiterwerkeln. Im Lehrgespräch: Den Azubi reden lassen, nicht die Antworten vorwegnehmen. In einer Präsentation: Vielleicht den Azubi (oder Prüfer) zwischendurch etwas fragen oder bitten, etwas auszuprobieren. Prüfer beobachten genau, ob Sie ausbilden mit dem Azubi oder am Azubi vorbei.
  • Klare Struktur zeigen: Starten Sie Ihre Prüfungseinheit mit einer kurzen Einleitung. Begrüßung, Thema nennen, warum es wichtig ist, Lernziel formulieren. Das zeigt sofort methodisches Vorgehen (Motivation des Lernenden, Lernzieltransparenz). Im Hauptteil führen Sie die Methode sauber durch. Am Ende unbedingt ein kurzes Fazit oder Lernzielkontrolle: Fragen Sie z.B. den Azubi, was er gelernt hat, oder lassen Sie ihn die Kernpunkte wiederholen, oder machen Sie ein Mini-Quiz. So demonstrieren Sie, dass Sie den Lernerfolg prüfen können. Diese Dreiteilung (Einleitung – Durchführung – Abschluss) sollte jede gute Lehrsequenz haben.
  • Visuelle Hilfsmittel nutzen: Unabhängig von der Methode kann es nie schaden, Medien einzusetzen. Ein Flipchart, ein Werkzeug als Anschauungsobjekt, ein paar Folien mit Bildern, ein Tafelanschrieb – das alles wertet Ihre Durchführung auf und zeigt Methodenvielfalt. Beispielsweise beim Lehrgespräch können Sie die Antworten des Azubis stichwortartig aufschreiben (so sieht man Fortschritt). Beim Vortrag sind Folien oder Charts üblich. Bei einer praktischen Unterweisung kann ein vorbereiteter Merksatz auf einem Plakat am Ende punkten. Achten Sie aber darauf, die Hilfsmittel nicht übermäßig zu nutzen – sie sollen unterstützen, nicht ablenken.
  • Auftritt und Kommunikation: Sprechen Sie freundlich, deutlich und in angemessenem Tempo. Blicken Sie Ihren Azubi (oder die Prüfer) an, um sicherzugehen, dass sie folgen können. Stellen Sie Fragen, um Ihr Gegenüber einzubeziehen, und hören Sie aktiv zu. Bleiben Sie auch bei Fehlern ruhig und geduldig. Das zeigt Ihre Führungskompetenz und Empathie als Ausbilder.
  • Typische Fehler vermeiden: Häufige Fehler in der Prüfung sind z.B. methodische Brüche (wenn man hektisch die Methode wechselt oder Schritte überspringt, was Verwirrung stiftet), Zeitnot (wenn man sich verzettelt – daher gut planen, was in 15 Min machbar ist), oder fehlender Praxisbezug (z.B. zu theoretisch geredet ohne Beispiel). Auch schlecht sind Monologe ohne jeden Kontakt zum Azubi. Machen Sie sich bewusst: Die Prüfer versetzen sich in die Lage des Auszubildenden – er oder sie soll ja etwas lernen in der kurzen Zeit. Wenn Ihre Vorgehensweise plausibel und lernwirksam ist, haben Sie gewonnen.

Mit diesen Tipps und dem Wissen um die verschiedenen Unterweisungsmethoden bist du bestens gerüstet, um sowohl die AEVO-Prüfung erfolgreich zu bestehen als auch im späteren Berufsalltag pädagogisch geschickt zu agieren.

Fazit

Eine gute Ausbildung ist mehr als Fachwissen weitergeben – es geht darum, wie man Wissen vermittelt. Die wichtigsten Lehrmethoden der AEVO helfen Ausbildern dabei, für jede Situation das passende Werkzeug zur Hand zu haben. Ob Vier-Stufen-Methode für praktisches Können, Lehrgespräch für gemeinsames Erarbeiten, Rollenspiel für Verhaltenstraining oder Projektarbeit für ganzheitliches Lernen: Jede Methode hat ihren Zweck und Einsatzbereich. Wer die Stärken und Schwächen kennt, kann sie gezielt auswählen und auch kombinieren, um einen abwechslungsreichen Methodenmix zu gestalten.

Für angehende Ausbilder zahlt sich diese didaktische Überlegung doppelt aus – in der AEVO-Prüfung überzeugst du die Prüfer mit einer schlüssigen Methodenwahl, und in der Praxis sorgst du für interessanten, nachhaltigen Unterricht. Letztlich führt die durchdachte Methodenwahl zu motivierten Auszubildenden, die aktiv mitlernen, und damit zu besseren Lernergebnissen.

Denke also immer daran, deine Ausbildungseinheiten gut zu planen: Welches pädagogische Ziel verfolge ich, und wie komme ich methodisch am besten dorthin? Mit Empathie für die Lernenden und einem Repertoire an Ausbildungsmethoden im Rücken wirst du zum erfolgreichen Ausbilder, der nicht nur den AdA-Schein in der Tasche hat, sondern auch im Berufsalltag junge Menschen kompetent anleiten kann. Ausbildung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe – mit den richtigen Lehrmethoden meisterst du diese Aufgabe praxisnah, verständlich und effektiv.

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