Die deutsche duale Berufsausbildung genießt weltweit Anerkennung, aber sie ist nur so gut wie die Ausbilder, die ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. Damit die Qualität stimmt und auf einem hohen Niveau bleibt, gibt es die Ausbildereignungsverordnung, kurz AEVO. Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine bundesweit geltende Verordnung, die festlegt, welche berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten jemand haben muss, um in Deutschland Auszubildende ausbilden zu dürfen.
Die AEVO regelt die Qualifikationen, die Personen benötigen, um als Ausbilder in Deutschland tätig sein zu dürfen. Die Verordnung stellt sicher, dass Ausbilder neben dem fachlichen Know-how die notwendigen pädagogischen Fähigkeiten besitzen, um Auszubildende effektiv zu betreuen und anzuleiten. Sie ist entscheidend dafür, dass die Qualität der beruflichen Ausbildung auf einem hohen Niveau bleibt und dass Auszubildende eine systematische, umfassende Ausbildung erhalten, die sie auf ihr Berufsleben vorbereitet.
Für Unternehmen und angehende Ausbilder ist die AEVO enorm wichtig: Einerseits dürfen Betriebe nur ausbilden, wenn ein entsprechend qualifizierter Ausbilder vorhanden ist. Andererseits erwerben Fachkräfte durch die AEVO-Prüfung den offiziellen Ausbilderschein (auch AdA-Schein genannt), der bundesweit anerkannt ist und sie zum Ausbilden berechtigt.
Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist sorgfältig strukturiert, um sicherzustellen, dass Ausbilder die notwendigen Kompetenzen entwickeln, um Lehrlinge effektiv auszubilden. Der Aufbau der AEVO ist darauf ausgelegt, ein umfassendes Verständnis der Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Ausbilders zu vermitteln. Die Verordnung umfasst mehrere Schlüsselelemente, die zusammen ein detailliertes Bild der Anforderungen und Standards für Ausbilder zeichnen. Diese Elemente sind:
Die AEVO zielt darauf ab, ein ganzheitliches Bild der Anforderungen an Ausbilder zu vermitteln und gleichzeitig sicherzustellen, dass diese den Ansprüchen moderner Berufsausbildung gerecht werden. Durch die Abdeckung dieser Schlüsselbereiche gewährleistet die AEVO, dass Ausbilder nicht nur als Fachexperten, sondern auch als qualifizierte Pädagogen agieren können, die die nächste Generation von Fachkräften erfolgreich ausbilden und fördern.
Die AEVO strukturiert die Aufgaben eines Ausbilders in vier zentrale Handlungsfelder, die die Basis für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung bilden. Jedes dieser Felder adressiert unterschiedliche Aspekte der Ausbildungstätigkeit und ist entscheidend für den Erfolg und die Effektivität des Ausbildungsprozesses.
Diese vier Handlungsfelder der AEVO bilden das Fundament für eine systematische und qualitativ hochwertige Berufsausbildung, die sowohl den Anforderungen der Wirtschaft als auch den Bedürfnissen der Auszubildenden gerecht wird. Sie ermöglichen es Ausbildern, ihre Rolle effektiv zu erfüllen und einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur beruflichen Entwicklung junger Menschen zu leisten.
Bevor man die AEVO-Prüfung angeht, stellt sich vielen die Frage nach den Kosten. Die Ausbilderschein Kosten setzen sich im Wesentlichen aus zwei Komponenten zusammen: aus den Kursgebühren, sofern man einen Vorbereitungskurs besucht, und der Prüfungsgebühr.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Online-Kurse können teils günstiger sein, während sehr spezialisierte Intensivkurse auch mehr kosten können. Wer aufs Geld schaut, kann auch rein im Selbststudium lernen – dann spart man die Kursgebühr und zahlt nur die Prüfungsgebühr (plus ggf. Lernmaterial).
Die genannten Kosten sind Durchschnittswerte; je nach Kammer und Anbieter gibt es Unterschiede. Es lohnt sich, die Preise der Angebote zu vergleichen und auch die im Preis enthaltenen Leistungen zu prüfen (z. B. sind Unterlagen, Bücher, Übungen inklusive?).
Glücklicherweise gibt es verschiedene Förderungen, die angehenden Ausbildern finanziell unter die Arme greifen können:
Zusätzlich kann man die Ausgaben für den Ausbilderschein steuerlich absetzen. Kursgebühren, Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten etc. lassen sich in der Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten bzw. Weiterbildungskosten geltend machen. Das Finanzamt beteiligt sich somit indirekt an den Kosten und man bekommt einen Teil über die Steuererstattung zurück.
Unterm Strich sollten die Kosten niemanden abschrecken, der die AEVO machen möchte – durch Fördermöglichkeiten und den Nutzen, den man daraus zieht, relativiert sich die Investition. Oft ist es eine Investition in die eigene Karriere und in die Zukunft des Betriebs, die sich schnell bezahlt macht.
Die AEVO ist verpflichtend für alle Personen, die in Deutschland formell als Ausbilder in anerkannten Ausbildungsberufen tätig sein wollen. Dies gilt für alle Branchen und Bereiche, von der Industrie über das Handwerk bis hin zum Dienstleistungssektor. Die Verordnung sorgt dafür, dass Ausbilder die notwendigen pädagogischen und fachlichen Qualifikationen haben, um Jugendlichen eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung zu bieten.
Die AEVO-Prüfung ist grundsätzlich für all jene sinnvoll, die in ihrem Berufsfeld Ausbildungsverantwortung übernehmen möchten. Doch welche Personen und Zielgruppen profitieren besonders davon?
Jeder, der Freude daran hat, Wissen zu vermitteln, und der innerhalb seines Berufs Nachwuchskräfte anlernen will, sollte darüber nachdenken, den AdA-Schein zu absolvieren. Typischerweise machen sowohl junge Gesellinnen und Gesellen ein paar Jahre nach ihrer Lehre den Ausbilderschein, um sich weiterzuentwickeln, als auch langjährige Fachkräfte, die ihr Erfahrungswissen weitergeben möchten. Es ist nie zu spät – oder zu früh – sich pädagogisch zu qualifizieren. Manche frischgebackenen Meister legen gleich im Anschluss die AEVO-Prüfung ab, andere holen sie nach langer Berufstätigkeit nach, um der nächsten Generation etwas zurückzugeben.
Wie verbreitet der AEVO-Abschluss ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2021 haben rund 83.880 Personen die Ausbilder-Eignungsprüfung erfolgreich bestanden – quer durch alle Branchen (Industrie, Handel, Handwerk, Verwaltung, Landwirtschaft etc.). Das unterstreicht, dass in nahezu jedem Wirtschaftsbereich Ausbilder mit AEVO benötigt werden. Ob Sie in einem Konzern arbeiten oder in einem kleinen Handwerksbetrieb – wenn Ihr Unternehmen ausbilden möchte, sind qualifizierte Ausbilder Gold wert. Mit dem AdA-Schein positionieren Sie sich genau dafür.
Beruflich eröffnen sich mit dem AdA-Schein zudem Perspektiven: Ausbilder werden oft zu wichtigen Ansprechpartnern im Betrieb, man knüpft Kontakte zu Berufsschulen und Kammern und profiliert sich als Führungskraft im kleinen Rahmen. Nicht selten übernehmen Ausbilder später auch Rollen in der Personalentwicklung oder bilden sich noch weiter zum geprüften Berufspädagogen. Die AEVO ist also ein Karrierebaustein, der vielfältig genutzt werden kann.
Die Begriffe "AdA" und "AEVO" werden häufig im Zusammenhang mit der Qualifizierung von Ausbildern verwendet, allerdings stehen sie für unterschiedliche Aspekte der Ausbildereignung. Es ist wichtig, diese Unterschiede zu verstehen, um die jeweiligen Rollen und Bedeutungen im Kontext der beruflichen Bildung in Deutschland korrekt einzuordnen.
AEVO: Ausbildereignungsverordnung
Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist eine gesetzliche Regelung, die die Mindestanforderungen festlegt, welche Personen erfüllen müssen, um als Ausbilder in anerkannten Ausbildungsberufen tätig zu sein. Die AEVO dient dazu, einheitliche Standards für die Qualifikation von Ausbildern zu schaffen, um sicherzustellen, dass die Ausbildung in den verschiedenen Berufen qualitativ hochwertig durchgeführt wird. Die Verordnung definiert unter anderem:
AdA: Ausbildung der Ausbilder
Im Gegensatz zur AEVO, die die rechtlichen Rahmenbedingungen setzt, bezieht sich "AdA" auf die tatsächliche Ausbildung, die angehende Ausbilder durchlaufen, um die in der AEVO festgelegten Qualifikationen zu erlangen. Der AdA-Lehrgang ist ein spezifisches Ausbildungsprogramm, das darauf abzielt, die pädagogischen Fähigkeiten und das notwendige Wissen zu vermitteln, das Ausbilder benötigen, um ihre Rolle effektiv auszuführen. Der Kurs umfasst typischerweise folgende Elemente:
Praktische Anwendung und Zielsetzung
Die AdA-Qualifikation wird durch einen Lehrgang erworben, der mit einer Prüfung abschließt, welche die Einhaltung der durch die AEVO gesetzten Standards nachweist. Angehende Ausbilder müssen diesen Kurs erfolgreich absolvieren, um die Berechtigung zu erhalten, Auszubildende in ihrem Fachbereich ausbilden zu dürfen.
Die AEVO gibt die rechtlichen Anforderungen und den Rahmen für die Ausbildung von Ausbildern vor, während der AdA-Kurs die praktische Schulung bietet, die erforderlich ist, um diese Anforderungen zu erfüllen. Beide Elemente sind entscheidend für die Sicherstellung der Qualität der beruflichen Bildung und spielen eine zentrale Rolle in der Ausbildungskompetenz in Deutschland. Die klare Unterscheidung zwischen beiden hilft, Missverständnisse zu vermeiden und die Professionalität in der Ausbildung zu fördern.
Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ist ein wesentlicher Bestandteil der dualen Ausbildungssysteme in Deutschland. Sie stellt sicher, dass Ausbilder qualifiziert sind und die notwendigen pädagogischen sowie fachlichen Kompetenzen besitzen, um Lehrlinge erfolgreich zu unterrichten und auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Durch die Etablierung einheitlicher Standards hilft die AEVO, die Qualität der Berufsausbildung auf einem hohen Niveau zu halten, was sowohl für Auszubildende als auch für die Wirtschaft insgesamt von Vorteil ist. Die sorgfältige Auswahl und Schulung von Ausbildern gemäß AEVO ist daher essenziell, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden und junge Menschen effektiv auf ihre berufliche Laufbahn vorzubereiten.
Der AEVO-Prüfung bzw. der AdA-Schein ist weit mehr als nur ein Pflichtnachweis. Sie ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ausbildung – für Ausbilder, Azubis und Unternehmen gleichermaßen. Wenn du also im Hinterkopf hast, den Ausbilderschein zu erwerben, zögere nicht: Die Mühe lohnt sich, und du trägst damit dazu bei, das hohe Niveau der beruflichen Ausbildung in Deutschland zu erhalten.